Innovative Energie trifft anspruchsvolle Planung
Neubau der Sparkasse in Wolfratshausen

Neues Bürogebäude mit Eisspeicher-Technologie
In der Pfaffenrieder Straße in Wolfratshausen entsteht ein neues Bürogebäude für die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen. Mit Tiefgarage, fünf Obergeschossen und unterschiedlichen Nutzungsbereichen vereint der Neubau moderne Arbeitswelten, Kundenbereiche und flexibel nutzbare Mietflächen unter einem Dach. Die Fertigstellung ist für Juli 2029 vorgesehen.
HP Ingenieure begleitet das Projekt umfassend: Neben den Leistungsphasen 1 bis 8 nach HOAI übernehmen wir unter anderem die Projektsteuerung, die Mieterausbauplanung, die Planung der Inneneinrichtung und der Außenanlagen sowie die Erstellung des Brandschutznachweises.

Unterschiedliche Nutzungen unter einem Dach
Das Erdgeschoss sowie das erste und zweite Obergeschoss werden künftig von der Sparkasse selbst genutzt. Im Erdgeschoss entstehen die Schalterhalle, Beratungsräume und Büros. Das erste Obergeschoss bietet neben weiteren Büroflächen einen Veranstaltungsraum mit Gastronomieküche sowie Sozial- und Sanitärbereiche. Im zweiten Obergeschoss sind weitere Büroflächen vorgesehen.
Die darüberliegenden Geschosse werden als Mietflächen geplant und bieten Raum für unterschiedliche Nutzungen – beispielsweise durch Notariate oder Arzt- und Zahnarztpraxen. Teile der Gebäudetechnik sind im fünften Obergeschoss untergebracht. Die Tiefgarage steht sowohl der Sparkasse als auch den künftigen Mietern zur Verfügung.
Die verschiedenen Nutzungsanforderungen innerhalb eines Gebäudes machen eine vorausschauende Planung und eine präzise Koordination der beteiligten Fachdisziplinen erforderlich. Insbesondere bei der Planung der späteren Mietbereiche gilt es, ausreichend Flexibilität für unterschiedliche Ausbauanforderungen zu schaffen.

Energie aus Eis? Ein innovatives Heizkonzept
Eine technische Besonderheit des Projekts befindet sich dort, wo man sie zunächst kaum vermuten würde: unterhalb der Einfahrtsrampe zur Tiefgarage. Hier ist ein Eisspeicher vorgesehen.
Das Prinzip dahinter nutzt einen physikalischen Effekt: Beim Gefrieren von Wasser wird sogenannte Kristallisationswärme freigesetzt. Diese Energie kann mithilfe einer Wärmepumpe für die Beheizung und Warmwasserbereitung des Gebäudes nutzbar gemacht werden.
Die Integration eines solchen Systems stellt besondere Anforderungen an die Planung. Denn der Eisspeicher muss nicht nur technisch funktionieren, sondern sich gleichzeitig in die ohnehin komplexe Gebäude- und Außenanlagenplanung einfügen. Seine Position unterhalb der Tiefgaragenzufahrt führt zu anspruchsvollen Schnittstellen – insbesondere bei der Höhen- und Gefälleentwicklung sowie bei der Entwässerungsplanung.
Genau an solchen Punkten zeigt sich, wie wichtig die frühzeitige Abstimmung unterschiedlicher Planungsbereiche ist: Einzelne technische Lösungen dürfen nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen als Teil des Gesamtbauwerks funktionieren.

Viel Gebäude auf wenig Fläche
Eine weitere Herausforderung ist die nahezu maximale Ausnutzung des Grundstücks. Platz für Baustelleneinrichtung und Lagerflächen ist entsprechend knapp. Um die erforderlichen Flächen während der Bauzeit zur Verfügung stellen zu können, werden deshalb auch Bereiche benachbarter Grundstücke temporär genutzt.
Gerade bei räumlich begrenzten Baustellen wird eine detaillierte Baustellenlogistik damit zu einem entscheidenden Faktor für einen funktionierenden Bauablauf. Materialanlieferungen, Zwischenlagerung, Baustelleneinrichtung und die unterschiedlichen Gewerke müssen frühzeitig aufeinander abgestimmt werden.
Auch unterhalb der Geländeoberkante stellt das Projekt besondere Anforderungen: Der Spezialtiefbau mit Bohrträgerverbau bildet eine wichtige Grundlage für die weiteren Arbeiten. Im nächsten Schritt sind die Bohrpfähle im Bereich des geplanten Eisspeichers vorgesehen.

Fassade mit technischen Anforderungen
Nicht nur unter der Erde steckt anspruchsvolle Technik. Auch die Gebäudehülle verlangt eine sorgfältige Detailplanung.
Vorgesehen ist eine vorgehängte Fassade mit Holzverkleidung beziehungsweise Zementplatten. Ergänzt wird sie durch einen verschiebbaren Sonnenschutz, der direkt in die Fassadenebene integriert wird.
Damit treffen gestalterischer Anspruch und technische Anforderungen unmittelbar aufeinander. Konstruktion, Befestigung, Fassadenaufbau und Sonnenschutz müssen so koordiniert werden, dass am Ende nicht nur das gewünschte Erscheinungsbild entsteht, sondern auch eine dauerhaft funktionierende Gebäudehülle.
Gerade solche Schnittstellen gehören zu den Bereichen, in denen eine detaillierte Ausführungsplanung entscheidend ist. Je früher Abhängigkeiten erkannt und Lösungen zwischen den Beteiligten abgestimmt werden, desto besser lassen sich spätere Konflikte in der Bauausführung vermeiden.

Von der Planung bis zur Umsetzung
Aktuell befindet sich das Projekt parallel in mehreren Phasen. Die Ausführungsplanung in Leistungsphase 5 ist bereits weitgehend abgeschlossen, während weitere Detailplanungen und Ausschreibungen bearbeitet werden. Auf der Baustelle laufen die Erdarbeiten und der Spezialtiefbau.
Für uns ist der Neubau in Wolfratshausen damit ein Projekt, bei dem viele unserer Leistungsbereiche ineinandergreifen: von der Planung über die Projektsteuerung und den Brandschutz bis hin zu Mieterausbau, Innenraum- und Außenanlagenplanung.
Besonders die Kombination aus hoher Grundstücksausnutzung, anspruchsvoller Fassadengestaltung und innovativer Gebäudetechnik macht das Projekt spannend. Der geplante Eisspeicher zeigt dabei beispielhaft, wie technische Lösungen für eine zukunftsorientierte Energieversorgung bereits in der Planung mit Architektur, Tragwerk, Gebäudetechnik und Außenanlagen zusammengedacht werden müssen.
Genau hier liegt für uns die Stärke ganzheitlicher Planung: Schnittstellen frühzeitig erkennen, unterschiedliche Anforderungen zusammenführen und aus vielen einzelnen Bausteinen eine technisch überzeugende Gesamtlösung entwickeln.



